01.04.2025
Kommen wir ins Reden.
Deine wöchentliche Dosis kommunikativer Wirkung, ganz ohne Floskeln.
Kommunikation
Körpersprache
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Ein Seminarraum, vor vielen Jahren. Ich hatte mich tagelang vorbereitet, den einen Satz zurechtgelegt, der garantiert sitzen würde, scharf, klug, mit genau der richtigen Prise Schärfe. Ich
sage ihn. Der Teilnehmer mir gegenüber bricht in Tränen aus. Keine Krokodilstränen. Echte.
Die Technik war richtig. Trotzdem war alles falsch. Ich hatte den Moment gewonnen und das eigentliche Ziel verfehlt, und das nicht zum ersten Mal.
Ich hatte damals längst geglaubt, die Lösung läge in der richtigen Technik. Bessere Formulierungen, mehr Schlagfertigkeit, ein cleverer Konter für jede Situation. Ich habe geübt, jahrelang, meisterlich sogar, mit einem Hintergrund in Schauspiel, TV-Moderation und Journalismus, der mir das Handwerk der Sprache in die Wiege gelegt hat. Und ich bin zu einer Erkenntnis gekommen, die mich bis heute begleitet.
Es macht dich stärker. Es reicht trotzdem nicht.
Warum eine Landkarte mehr hilft als ein Rezept
Ein kluger Satz kann genau das Richtige sagen und trotzdem das Falsche bewirken. Das liegt daran, dass die meisten Kommunikationsmodelle in Personen denken. Du sagst etwas, dein Gegenüber reagiert, du reagierst auf die Reaktion.
Was dabei übersehen wird: Kein Gespräch findet nur zwischen zwei Menschen statt. Es entscheidet sich auch in der Geschichte, die beide mitbringen, in Rollen, die niemand freiwillig gewählt hat, und in Regeln, die keiner aufgeschrieben hat, aber alle befolgen.
Genau deshalb hab ich M.A.P.S. entwickelt, eine Landkarte mit vier Himmelsrichtungen statt eines einzigen Rezepts. Motiv, was jemanden wirklich antreibt, wenn er kämpft, obwohl es doch nur um eine Kleinigkeit geht. Außenwirkung, was bei deinem Gegenüber tatsächlich ankommt, ganz unabhängig davon, was du eigentlich gemeint hast. Prägung, welche ungeschriebenen Regeln ein Team oder eine Beziehung seit Jahren formen, ohne dass es je jemand ausgesprochen hätte.
Und System, wer im Hintergrund die eigentlichen Entscheidungen trifft, auch wenn diese Person gar nicht am Tisch sitzt. Vier Perspektiven, ein einziger Blick, mit dem du jedes schwierige Gespräch anders siehst, oft schon bevor das erste Wort gefallen ist.
Ich weiß, dass diese vier Perspektiven funktionieren, weil ich seit über zwanzig Jahren in echten Räumen stehe, in denen nichts nach Lehrbuch läuft.
Kein Modell übersteht zwanzig Jahre Praxis
unverändert. M.A.P.S. schon, gerade weil es kein Rezept ist, sondern eine Landkarte, die du in jeder neuen Situation neu liest.
Welcher dieser vier Blickwinkel fehlt dir gerade am meisten, wenn du an ein schwieriges Gespräch denkst, das vor dir liegt?
Genau dieses System ist das Rückgrat meines Buches „Schwierige Gespräche, klug gelöst“. In den kommenden Wochen nehme ich mir hier jeden der vier Buchstaben einzeln vor, mit echten Beispielen aus deinem Arbeitsalltag.
Mit kommu-nika-tiven Grüßen
Nika
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P wie Prägung
Sie ist drei Wochen im Team. Widerspricht im Meeting sachlich einem Vorschlag des Teamleiters, mit Zahlen, ohne Schärfe in der Stimme, fachlich sogar zu Recht, das bestätigen zwei Kollegen später unter vier Augen, leise, fast entschuldigend, so als würden sie selbst befürchten,
A wie Außenwirkung
Du zählst drei Punkte auf. Ruhig, strukturiert, ohne einen einzigen Vorwurf, so wie du es dir vorher zurechtgelegt hast, mit konkreten Beispielen, nichts Persönliches, sauber getrennt von der Person, genau so, wie man es dir in jedem Führungsseminar beigebracht hat,
M wie Motiv
Ein Formular wird kürzer. Eine Zeile weniger, ein Klick weniger im System, kaum der Rede wert, dachtest du, als du es auf die Agenda gesetzt hast, fast eine Formsache. Und dann wird ein Kollege im Meeting laut….
Die Landkarte, die du für schwierige Gespräche brauchst
Kurz nach elf. Das Handy liegt schon auf dem Nachttisch, das Licht ist aus, die Decke ist warm, und du bist fast eingeschlafen. Der Tag ist vorbei, das Meeting ist vorbei, alles ist vorbei. Und dann, aus dem Nichts….
10 Tipps für gute Lernvideos
10 Tipps für gute Lernvideos
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Das größte Missverständnis bei Lernvideos: mehr Inhalt = mehr Wert. Das Gegenteil stimmt. Wer ein einziges, klar umrissenes Learning vermittelt, bleibt hängen. Wer alles erklärt, erklärt nichts.
Die ersten 15 Sekunden entscheiden. Nicht mit Agenda, Begrüßung oder Selbstvorstellung beginnen — sondern mit einer Situation, die die Lernenden kennen und die ein bisschen wehtut. „Du bist im Meeting. Jemand redet. Und du weißt nicht, wie du jetzt einsteigen sollst.“ Dann haben sie Hunger.
Modelle, Frameworks und Begriffe kommen nach dem Beispiel — nie davor. Wer das Konzept versteht, bevor er es erlebt hat, speichert Theorie. Wer es erst erlebt, speichert Erkenntnis.
Am Ende jedes Videos braucht es einen einzigen Satz, der das Learning in die Anwendung bringt: Was tust du jetzt anders? Kein Zusammenfassen des eben Gesagten. Sondern die Brücke in den Alltag.
Schlechtes Bild verzeihen Zuschauer. Schlechten Ton nicht. Ein ruhiger Raum, ein anständiges Mikrofon und keine Echos — das sind keine Extras, das ist die Grundlage. Wer schlecht klingt, wirkt auch schlecht vorbereitet.
Das Gesicht braucht Licht von vorne, nicht von der Seite und nicht von hinten. Ein Fenster, das die Person anstrahlt, leistet mehr als teure Technik im falschen Winkel. Wer im Gegenlicht sitzt, verschwindet — buchstäblich.
Was sich beim Sprechen normal anfühlt, ist im Video oft zu schnell. Lernende können nicht unterbrechen, nicht nachfragen, nicht zurückblicken — das Tempo muss ihnen Zeit lassen, den Gedanken zu Ende zu denken. Pausen sind kein Fehler. Pausen sind Verarbeitungszeit.
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