01.10.2025
Wer die Agenda schreibt, führt das Meeting.
Kommunikation
Körpersprache
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Ich stelle Führungskräften manchmal diese Frage: Wer schreibt bei euch die Meetingagenda? Die Antwort ist fast immer dieselbe: ein kurzes Zögern, dann ein Name, dann das langsame Erkennen, was diese Frage eigentlich bedeutet.
Denn wer die Agenda schreibt, entscheidet nicht nur, worüber gesprochen wird. Er entscheidet, worüber nicht gesprochen wird.
Die unsichtbare Entscheidung vor der Entscheidung
Jede Agenda ist eine Machtaussage. Sie bestimmt, welche Themen Raum bekommen und welche nicht. Sie bestimmt die Reihenfolge – und Reihenfolge ist Priorisierung, ob du das so nennst oder nicht. Sie bestimmt, wie viel Zeit für welches Thema eingeplant wird. Wer das kontrolliert, führt das Meeting. Unabhängig davon, wer am Kopfende des Tisches sitzt.
„Die Tagesordnung ist das Drehbuch. Wer sie schreibt, ist der Regisseur – auch wenn andere glauben, die Hauptrolle zu spielen.“
Was beim Wiener Kongress 1814 zu beobachten war
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Was du konkret tun kannst
Erstens: Bitte aktiv darum, Punkte auf die Agenda zu setzen – und tue das früh. Wer kurz vor dem Meeting noch Themen einbringt, hat weniger Gewicht als wer sie von Anfang an platziert.
Zweitens: Wenn du selbst die Agenda schreibst, überlege bewusst: Was kommt wann? Wichtige Themen, über die du Entscheidungen brauchst, gehören an den Anfang – wenn die Energie hoch und die Zeit noch nicht knapp ist.
Drittens: Wenn ein Thema, das dir wichtig ist, systematisch nicht auf Agenden auftaucht, ist das kein Zufall. Das ist eine Aussage. Benenne sie.
Der Spiegel
Der Hofnarr darf es sagen, also sage ich es: Die meisten Menschen bereiten sich auf das vor, was in Meetings gesagt wird. Die wenigsten bereiten sich darauf vor, was auf der Agenda steht – und warum. Dabei beginnt die eigentliche Führungsarbeit oft genau dort: bevor der erste Mensch den Raum betritt.
Wer schreibt bei dir die Agenda – und hast du dich je gefragt, was das bedeutet?
Mit kommu-nika-tiven Grüßen
Nika
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