KAIZEN – die Kunst, mit kleinen Schritten große Veränderungen einzuleiten.

Virtuelles Führen führt in die Zukunft!

 

Ich führe virtuell, nein nicht erst seit 2020. Seit nun mittlerweile 7 Jahren. Mit Höhen und Tiefen. Was sich verändert hat im letzten Jahr? Ich habe einen Namen für meinen Führungsalltag: virtuell! Und ich tue es mit besserem Gewissen, weil es ja die Zukunft ist. Ah ja, es gibt auch laufend neue Tools, die sich mir schon fast aufdrängen, um in der Digi-Führung zum Einsatz zu kommen.

Virtuell führen steht für:

  • Kontrolle aufgeben und doch die Führung behalten
  • Eine Vorbildfunktion einnehmen und neue Tools nutzen
  • Entwickeln von Prozessen und Strukturen, die flexibler sind und fluide Netzwerke ermöglichen.

 

Das ist sicherlich wahr, doch so abstrakt! Um diesen Ansprüchen zu genügen, braucht es ganz konkrete, einfach umzusetzende Methoden. Genau diese Methoden gibt es hier, unterm Strich geht es doch immer um Kommunikation! Darum fangen Sie doch gleich heute an! In MINI-Bissen, gut verdaulich und auch sofort anwendbar.

Mini Schritt 1: WEIL – es wirkt!

Verwenden Sie konsequent das Wort „weil“, um den Einfluss auf Ihr virtuelles Team zu erhöhen – in Ihren E-Mails, in Ihren Sofortnachrichten, in Ihren Meetings und in Ihren Sprachnachrichten.

Beispiel 1: „Peter, ich brauche den Statusbericht bis Donnerstag, weil ich ihn vor Freitag durchsehen möchte.“ Beispiel 2: „Sara, setz bitte einen Termin für nächste Woche an, weil wir unsere Strategie besprechen müssen.“ So einfach geht’s.

Mini Schritt 2: Arbeit lässt sich wie Gummi dehnen.

Das Parkinsonsche Gesetz besagt: „Arbeit dehnt sich so aus, dass sie die für ihre Erledigung zur Verfügung stehende Zeit ausfüllt.“ Die Königsdisziplin haben Sie vielleicht auch schon mal miterlebt: Sie heißt Einberufung von Sitzungen, wo nichts entschieden wird, außer neue Sitzungen einzuberufen.

Darum setzen Sie klare zeitliche Grenzen – für sich selbst und für Ihr Team! Deadlines entwickeln ein Gefühl der Dringlichkeit, halten Teammitglieder in der Verantwortung, ermutigen, helfen bei der Festlegung von Prioritäten. Und schlussendlich muss man auch wissen, wann es Zeit zum Feiern ist!

Mini Schritt 3: Kein Held in der Menge

Jeder verlässt sich auf den oder die anderen und gibt die Verantwortung ab. Letztlich tut niemand etwas. Wir sprechen hier vom Bystander -Effekt[1]. Dieser Effekt beschreibt die Tatsache, dass in einem Notfall die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft, umso geringer ist, je größer die Anzahl der Umstehenden ist.

Tatsächlich wird der Bystander-Effekt in virtuellen Teams sogar noch verstärkt, da es keine persönliche Interaktion gibt. Was Sie dagegen tun können? Versuchen Sie mal die folgenden Tipps!

Tipp 1: Verwenden Sie eine direkte Sprache

Ihren Mitarbeitenden muss völlig klar sein, wer für die Erledigung von Aufgaben verantwortlich ist.

Tipp 2: Fragen Sie nach Freiwilligen

Erstens, wenn sich jemand freiwillig meldet, erhöht sich die Chance, dass die Aufgabe erledigt wird. Darüber hinaus gibt es den Kolleginnen die Möglichkeit, an dem zu arbeiten, woran sie arbeiten wollen, was zu glücklicheren und auch produktiveren Teammitgliedern führt.

Tipp 3: Wie viel ist ein Viertel Verantwortung genau?

Liebe ist nicht teilbar, Frieden ist nicht teilbar und auch Verantwortung nur sehr schwer. Darum übergeben Sie den Lead immer nur einem Mitarbeitenden und nicht einem ganzen Team! Der Bystander-Effekt lässt sich auch schon in der kleinen Gruppe sehr gut leben.

Und jetzt geht es an die Umsetzung! Seit 3 Jahren nutze ich, um meine Fortschritte auch für mich selbst sichtbar zu machen ein „Some lines a day“ Tagebuch. Das empfehle ich Ihnen sehr! Halten Sie einfach jeden Tag mit ein paar Worten fest, was Ihnen gelungen ist. Und natürlich auch, was nicht!

Wir lesen uns wieder in 2 Wochen mit Mini-Schritten!

 

[1] John M. Darley and Bibb Latané